Estrid Lutz & Emile Modl
Hash Through
2. März – 29. April 2018

Der Kunstverein Arnsberg präsentiert die erste institutionelle Einzelausstellung des französischen Künstlerduos Estrid Lutz und Emile Modl.

Die Künstler beschäftigen sich mit unserem digitalen Erbe, indem sie komplexe Gebilden aus vorhandenen Daten entwickeln. Es entstehen Collagen und Skulpturen in zahlreichen Bild-Ebenen, die sich überlagern, ineinander übergehen und in ihrer Gesamtheit von keiner Perspektive zu erfassen sind. Die Bilderfahrung ihrer Werke verändert sich mit der Bewegung der Betrachter, die damit als Akteure die Ausstellung unbewusst ergänzen. Dieser spielerische Umgang mit den Bildern ist die erste Voraussetzung für die Wahrnehmung ihrer Werke.

Daten und Informationen aller Art, Nachrichten, Werbung, Internet und soziale Medien ergänzen das Bildarchiv der Künstler. Sie alle verschmelzen zu Erinnerungen und Träumen und tauchen in den Werken wieder auf. Jede Bewegung, jeder Blickwinkel ergibt eine neue unerwartete Bild-Situation und je länger wir diese beobachten, desto mehr werden wir ins tiefe Meer von visuellen Hashtags und Assoziationen gezogen. Die Veränderungsprozesse, die durch die Digitalisierung vorangetrieben werden, werden von Lutz und Modl aufgenommen und technologisch, aber auch menschlich infrage gestellt. Mit beeindruckender visueller Kraft vermögen es die Künstler, uns anzuhalten und zugleich mit Themen, die uns persönlich betreffen und herausfordern, zu bewegen.

Ihre Auseinandersetzung mit Bild-Archiven ist zugleich eine Einladung, uns Gedanken über unser eigenes Bild-Archiv zu machen. Es wächst täglich, aber  wir stellen uns kaum die Frage, was mit diesem Archiv passiert und wo es eines Tages landet. Noch apokalyptischer scheint die Vorstellung, dass wir zum Beispiel aus einem technischen Grund dieses Archiv verlieren könnten. Die Ästhetik der Werke von Lutz & Modl basiert auf diesen Ängsten und steigert sie weiter. Verschmolzene Festplatten und Hardware tauchen immer wieder in ihren Arbeiten auf, gleichsam als Erinnerung an eine mögliche Zukunft. Die Bilder selbst sind wie ein Screenshot oder Querschnitt von einer surrealen absurden fremden Welt, die beim einem zweiten und dritten Blick dennoch, immer mehr unsere Welt zu reflektieren scheint.

Estrid Lutz (*1989 Sarajevo, BiH) und Emile Modl (*1988 Tours, FR) sind Absolventen der École nationale supérieure des Beaux-Arts in Paris 2016. Sie leben und arbeiten in Marseille und werden bei der Ausstellungseröffnung anwesend sein.